Monthly Archives: Februar 2012

Aerobic gucken mit Mönchen. Drei Tage in Phnom Penh.

Abends an der Riverfront - ein kleiner Schnack an der frischen Luft...

Abends an der Riverfront - ein kleiner Schnack an der frischen Luft...

... und dabei ein bisschen Sport gucken.

... und dabei ein bisschen Sport gucken.

In Phnom Penh fließen der Mekong und der Tonle Sap ineinander, was die Riverfront für mich ziemlich spektakulär macht: Das Wort „Mekong“ ist ein Zauberwort, ohne dass ich es erklären könnte. Ein Synonym für Exotik, für ganz weit weg? Wahrscheinlich, und stimmt ja auch.

Meine absolute Lieblingssehenswürdigkeit ist das Nationalmuseum. Ein wunderschöner Bau mit einem tropischen Garten im Innenhof, und durch das offene Dach fliegen die Schwalben. Oder waren es Spatzen? Jedenfalls kann man hier viele der religiösen Kunstwerke bestaunen, die einst in den Tempeln von Angkor und anderswo standen und hier in Sicherheit gebracht wurden. So fügt sich eins zum anderen. (Trotzdem: Der kleine Garten im Museum hat es mir am meisten angetan.)

Ein Prachtstück von einem Museum.

Ein Prachtstück von einem Museum.

Nationalmuseum

Und am Eingang begrüßt mich Ganesh, Gott der Weisheit. Guten Tag.

Und am Eingang begrüßt mich Ganesh, Gott der Weisheit. Guten Tag.

Hinter der Silberpagode im Königspalast steht ein Modell von Angkor Wat.

Hinter der Silberpagode im Königspalast steht ein Modell von Angkor Wat.

Lotusblüten in Wat Phnom.

Lotusblüten in Wat Phnom.

Das Tuol Sleng Museum zeugt von den Verbrechen der Roten Khmer. Bevor es zum Foltergefängnis wurde, war es eine Schule mitten in Phnom Penh.

Das Tuol Sleng Museum zeugt von den Verbrechen der Roten Khmer. Bevor es zum Foltergefängnis wurde, war es eine Schule mitten in Phnom Penh.

Ein Zug nach nirgendwo. Zwischenstop in Battambang.

Mit Natalia und Alejandro reise ich weiter nach Battambang, eine kleine Provinzhauptstadt im Westen Kambodschas, der Reiskammer des Landes. Unser erklärtes Ziel: Eine Fahrt mit dem „Norry“, dem Bamboo Train, einer Art Floß auf Schienen, mit dem die Einheimischen z.B. ihre Waren zum Markt transportieren. Die Gleise, die durch die Felder führen, sind einspurig, so dass bei Gegenverkehr der Zug mit der leichteren Ladung von den Schienen gehievt werden muss, um den schwerer beladenen vorbei zu lassen.

Wir sind am Vormittag an der Norry-Station, fahren letztlich aber nicht mit einem Pulk von Marktfrauen, sondern nur zu dritt – jeder, der etwas zu verkaufen oder zu erledigen hat, ist selbstverständlich schon am frühen Morgen losgefahren. Wir sind zu spät aufgestanden! Gegenverkehr haben wir trotzdem und kriegen so einen authentischen Eindruck vom stetigen Auf-die-Schienen-und-wieder-runter. Nach einer kleinen Pause in einem Minidorf geht es wieder zurück und zu einer kleinen Kuriosität: Wir besuchen ein kambodschanisches Weingut!

Schienen, Bambusbrett, Motor, Zugführer - was braucht der Bamboo Train mehr?

Schienen, Bambusbrett, Motor, Zugführer - was braucht der Bamboo Train mehr?

Gegenverkehr! Mönch, Moped und ein anderer Touri. Tja, da wiegen wir leichter - und müssen runter von den Gleisen...

Gegenverkehr! Mönch, Moped und ein anderer Touri. Tja, da wiegen wir leichter - und müssen runter von den Gleisen...

... das geht fix und wie im Handumdrehen.

... das geht fix und wie im Handumdrehen.

Waterlilies am Wegesrand.

Waterlilies am Wegesrand.

Reis, der geschält werden will. In der kleinen Reisfabrik.

Reis, der geschält werden will. In der kleinen Reisfabrik.

Und nach dem Zugabenteuer: Weinprobe in Kambodschas wohl einzigem Weingut in der Nähe von Battambang!

Und nach dem Zugabenteuer: Weinprobe in Kambodschas wohl einzigem Weingut in der Nähe von Battambang!

... sagen wir mal so: Die Kokosmilch schmeckt besser als der Rotwein.

... sagen wir mal so: Die Kokosmilch schmeckt besser als der Rotwein.

Eine Woche in Siem Reap: Angkor on the rocks

In Siem Reap wohnen wir im Seven Candles Guesthouse in der Wat Bo-Straße, ein Glücksgriff, gibt es doch alles, was das Angkor-Touri-Herz begehrt: Einen Balkon mit Reiseführern zum Ausleihen, gutes Frühstück auch schon morgens um fünf und einen Gratis-Fahrradverleih. Wir haben ein 3-Tages-Ticket für Angkor und eine Woche Zeit, es einzulösen.

Köpfe abschlagen ist ja immer ein gern genommenes Mittel in Zeiten des Kampfes. Magisches Morgenlicht im Preah Khan.

Köpfe abschlagen ist ja immer ein gern genommenes Mittel in Zeiten des Kampfes. Magisches Morgenlicht im Preah Khan.

Die alte Tempelstadt Angkor ist riesig, und die Touristenmassen sind es auch. Viele sehen sonst nichts von Kambodscha, sondern kommen direkt aus Thailand für einen kurzen Zwischenstopp eingeflogen. Per Bus oder TukTuk lassen sie sich durch das Gelände kutschieren, gern in großen Gruppen. Wir versuchen, antizyklisch unterwegs zu sein – also morgens um kurz vor halb sechs rauf aufs Fahrrad und im Dunkeln raus aus der Stadt.

Angkor, wir kommen! Natalia und ich.

Angkor, wir kommen! Natalia und ich.

Von Siem Reap aus sind es ca. 10 km bis Angkor Thom, dem Zentrum Angkors. Drumherum liegen viele andere Tempel wie der berückende Preah Khan, den wir als allerersten ansehen und wo außer uns dreien noch niemand ist, oder Ta Prohm, der den Spitznamen „Angelina-Jolie-Tempel“ trägt, weil „Tomb Raider II“ hier gedreht wurde. Und natürlich Angkor Wat, der größte und berühmteste aller Tempel hier.

Der Baphuontempel in Angkor Thom.

Der Baphuontempel in Angkor Thom.

Irgendwie fühlt man sich beobachtet im Bayon-Tempel.

Irgendwie fühlt man sich beobachtet im Bayon-Tempel.

Früh aufstehen lohnt sich: Angkor Wat morgens um 6.

Früh aufstehen lohnt sich: Angkor Wat morgens um 6.

Der Urwald nimmt sich, was er will. Zum Beispiel den Ta Prohm-Tempel.

Der Urwald nimmt sich, was er will. Zum Beispiel den Ta Prohm-Tempel.

Angkor ist riesig, atemberaubend, größenwahnsinnig, magisch-morbide. Von den Königen des Angkor-Reiches erbaut, teilweise tausend, teilweise viele hundert Jahre alt und lange vom Dschungel verschluckt, wurde es im 20. Jahrhundert von verschiedenen archäologischen Trupps restauriert – und in den 1970ern von den Khmer Rouges zum Teil wieder zerstört. Wie ein gigantisches Puzzle wurde es seit den 80er Jahren wieder zusammengefügt, riesige Heiligtümer im tropischen Wald. Angkor hat den Trubel verdient. Angkor schafft uns total. Und die Popos tun vom Radeln weh. Zurück in Siem Reap kaufen wir deswegen eine große Flasche Gin, einige Dosen Tonic Water und ein Kilo Eiswürfel. Der Mix hilft sicher gegen ein vorzeitiges Eintreten des berüchtigten „templed-out-syndroms“. Salud.

Es gibt Reis, Baby. Erste Tage in Kambodscha.

Nach einer Nacht in Bangkok und großem Hoffen und Bangen wegen des nicht zeitgleich gelandeten Rucksacks, der dann glücklicherweise sieben Stunden später geliefert wird (Zahnbürste! Frisches T-Shirt!), komme ich in Phnom Penh an, der Hauptstadt Kambodschas. Hi-Khan holt mich am Flughafen ab und muss zwei Stunden warten, weil mein Flieger Verspätung hat. Eine Nacht bleiben wir in Phnom Penh.

Beliebter Snack an der Riverfront in Phnom Penh: Fritierte Kakerlaken. Ich trau mich nicht.

Beliebter Snack an der Riverfront in Phnom Penh: Fritierte Kakerlaken. Ich trau mich nicht.

Hi-Khan kauft uns "numpang" als Reiseproviant, frisches Baguette. Die französische Kolonialzeit lässt grüßen.

Hi-Khan kauft uns "numpang" als Reiseproviant, frisches Baguette. Die französische Kolonialzeit lässt grüßen.

Am Morgen des 19. Januar geht es mit dem Bus weiter  nach Tropeang Trea, das Dorf, in dem Hi-Khan zusammen mit Einheimischen eine Organisation gegründet hat, „Sorya“. Zwei Schulen haben sie gebaut, an denen Englisch unterrichtet wird, eine in Tropeang Trea und eine im Nachbardorf Tropeang Sdock. Außerdem gibt es eine kleine Seidenmanufaktur und ein Trinkwassertank-Projekt. Ich darf in der Schule wohnen und lerne das Dorfleben kennen, vom bäuerlichen Alltag bis zum Besuch einer Verlobungsfeier.

Herzlich willkommen in Tropeang Trea!

Herzlich willkommen in Tropeang Trea!

Auf dem Markt sind alle Altersklassen vertreten.

Auf dem Markt sind alle Altersklassen vertreten.

Es gibt Fisch, Baby.

Es gibt Fisch, Baby.

Damit es nicht zu leise ist im Dorf, gibt es jede Nacht was auf die Ohren: Entweder Karaoke wie hier, oder laute Gebete für Hochzeiten oder Beerdigungen, die gerne mehrere Tage dauern, oder Hundegebell im Chor, oder Hahngekrähe um die Wette. Wer will schon schlafen? Das machen wir dann im nächsten Leben.

Damit es nicht zu leise ist im Dorf, gibt es jede Nacht was auf die Ohren: Entweder Karaoke wie hier, oder laute Gebete für Hochzeiten oder Beerdigungen, die gerne mehrere Tage dauern, oder Hundegebell im Chor, oder Hahngekrähe um die Wette. Wer will schon schlafen? Das machen wir dann im nächsten Leben.

Phearom, einer der jungen Lehrer an der Sorya-Schule, erzählt mir viel über sein Leben. Er ist 22 und sehr ernsthaft. In Phnom Penh studiert er Business Management – allerdings nur an den Wochenenden, denn unter der Woche arbeitet er in der Schule und hilft seinem Vater auf dem Reisfeld. Die Familie ist sehr wichtig in Kambodscha, und es ist üblich, bis zur Heirat oder sogar darüber hinaus im Haus der Eltern zu leben. Eine Freundin hat Phearom noch nicht, denn das geht nur, wenn dann auch geheiratet wird – und er möchte nur heiraten, wenn er sich wirklich sicher ist.  Sehr ehrenwert! Berufliche Ziele hat er auch: Er möchte gern Politiker werden, weil er etwas gegen die Korruption in Kambodscha unternehmen will.

Es ist Trockenzeit, deshalb sind die Reisfelder nicht grün.

Es ist Trockenzeit, deshalb sind die Reisfelder nicht grün.

Reis ist Grundnahrungsmittel Nr. 1 in Kambodscha. Es gibt Reis zum Frühstück, zum Mittag- und zum Abendessen. Natürlich auch für mich! Reis mit Gemüse, Reis mit Schweinefleisch, Reis mit Hühnchen, Reis in allen Varianten. Ab und zu ergattere ich ein Baguette, aber nur, wenn ich den Baguette-Mann auf seinem Moped rechtzeitig erwische. Der Großteil der Khmer-Bevölkerung lebt auf dem Land, und wer irgendwie kann, hat eigene Reisfelder. In den Gärten stehen Mango- und Bananenbäume, außerdem Durian, Kokospalmen, Ananas – Kambodscha ist ein fruchtbares Land.

Mangos bis zum Abwinken. Wobei ich davon eigentlich nie genug kriegen kann.

Mangos bis zum Abwinken. Wobei ich davon eigentlich nie genug kriegen kann.

Mit Julian und Sina, zwei Freiwilligen bei „Sorya“, mache ich einen Ausflug zum Phnom Da (Phnom heißt „Berg“) und nach Angkor Borei. Mit dem Boot düsen wir durchs Schwemmland, vorbei an Fischern, die bis zum Hals im Wasser stehen.

Wasserstraße im Khmer-Style.

Wasserstraße im Khmer-Style.

Auf dem Phnom Da steht ein kleiner Tempel aus der Angkor-Zeit, ebenso wie auf dem Phnom Chiso, den wir ein paar Tage später anschauen, nahe bei Tropeang Sdock. Kambodscha ist eigentlich flach wie eine Flunder, nur ab und zu ploppt mal ein Berg aus der Reisfeldlandschaft empor.

Kleiner Tempelwächter auf Phnom Da.

Kleiner Tempelwächter auf Phnom Da.

Händchenhalten mit freundlichen Khmerkindern.

Händchenhalten mit freundlichen Khmerkindern.

Blauer Himmel, alter Tempel, Palme. Typisch Kambodscha. Hier auf Phnom Chiso.

Blauer Himmel, alter Tempel, Palme. Typisch Kambodscha. Hier auf Phnom Chiso.

Zwei nette Damen in Tropeang Sdock. Das Krama ist die typische Kopfbedeckung hier. Kann aber auch als Geschirrtuch, Schulterbeutel, Schal oder sonstwas verwendet werden.

Zwei nette Damen in Tropeang Sdock. Das Krama ist die typische Kopfbedeckung hier. Kann aber auch als Geschirrtuch, Schulterbeutel, Schal oder sonstwas verwendet werden.

Die Reisgarben (heißt das so?) müssen geschlagen werden, damit die Körner rausfallen. Harte Arbeit.

Die Reisgarben (heißt das so?) müssen geschlagen werden, damit die Körner rausfallen. Harte Arbeit.

So wohnt man in Kambodscha.

So wohnt man in Kambodscha.

Nach einer Woche im Dorf geht es für mich weiter in Richtung Nordwesten, nach Siem Reap, dem Basislager aller Angkor-Touristen. Große Wiedersehensfreude, denn ich treffe mich dort mit Natalia und Alejandro aus Kolumbien, die ich im Oktober auf Lombok in Indonesien kennengelernt habe. Alte Freunde sozusagen!

Los Colombianos.

Los Colombianos.

Wer gegrillte Kakerlaken mag, liebt auch frittierte Vogelspinnen. Haarig-fettig und beliebter Snack an den Busstops. Ich verzichte mal wieder, vielleicht zu Unrecht...

Wer gegrillte Kakerlaken mag, liebt auch frittierte Vogelspinnen. Haarig-fettig und beliebter Snack an den Busstops. Ich verzichte mal wieder, vielleicht zu Unrecht...

Brennend heißer Wüstensand. In vier Tagen von Perth zur Shark Bay und zurück.

Meine letzten Tage in Australien – und der Westen ist sooo groß. 1.500 km gen Norden, und ich bin irgendwie immer noch im Südwesten. Es ist ca. 38  Grad im Schatten. Aber schön:

The Pinnacles.

The Pinnacles.

The Pinnacles

Nach soviel heißem Sand muss eine Abkühlung her. Aaaah!

Nach soviel heißem Sand muss eine Abkühlung her. Aaaah!

Ach, das bisschen Wind vom Indischen Ozean... da legst di nieder.

Ach, das bisschen Wind vom Indischen Ozean... da legst di nieder.

Übernachten auf einer Farm im Outback. Es gibt einen Kühlschrank für unser Bier...

Übernachten auf einer Farm im Outback. Es gibt einen Kühlschrank für unser Bier...

... und sonst nix außer weiter Weite. Ich schlafe unterm Sternenhimmel in einem swag.

... und sonst nix außer weiter Weite. Ich schlafe unterm Sternenhimmel in einem swag.

Hiking im Kalbarri National Park.

Hiking im Kalbarri National Park.

... und immer schön Hut tragen.

... und immer schön Hut tragen.

Kalbarri

Kalbarri

Kalbarri

Kalbarri

Kalbarri, Nature's Window

Kalbarri, Nature's Window

Kalbarri

Und darin sind wir unterwegs - im Aussie Wanderer Truck.

Und darin sind wir unterwegs - im Aussie Wanderer Truck.

Die Delfine in Monkey Mia wissen, dass es gleich Fisch gibt...

Die Delfine in Monkey Mia wissen, dass es gleich Fisch gibt...

... die Haie im Ocean Park auch.

... die Haie im Ocean Park auch.

Sunset in Horrocks.

Sunset in Horrocks.

Sunset

Kein Schnee. Nur Sand in Lancelin. Bestens zum Sandboarden geeignet.

Kein Schnee. Nur Sand in Lancelin. Bestens zum Sandboarden geeignet.